Hannah Einbinder spricht über Queerfeindlichkeit: ‘Girl, du musst dir darüber keine Gedanken machen’

Hannah Einbinder spricht über Queerfeindlichkeit.

Hannah Einbinder hat offen über Erfahrungen mit Queerfeindlichkeit gesprochen.

Die 31-jährige Schauspielerin, die bisexuell ist, berichtet dabei von einer für sie besonders ernüchternden Erfahrung: Ein Großteil der negativen Reaktionen sei nicht von außerhalb der LGBTQ+-Community gekommen, sondern innerhalb der eigenen Gemeinschaft. Im Gespräch mit dem Magazin ‘Attitude’ erklärte Einbinder, dass sie in ihrer Familie stets Rückhalt erfahren habe. Ihre Großmutter sei lesbisch gewesen, zudem habe sie das Glück, unterstützende Eltern zu haben. “Ich glaube, die meisten meiner Erfahrungen waren klassische Bisexualitätsfeindlichkeit. Und auch innerhalb der Community”, sagte die Schauspielerin. Menschen hätten ihre Sexualität entweder auf ein Fetisch reduziert oder ihre Erfahrungen und ihre Identität infrage gestellt.



Einbinder, die durch die Serie ‘Hacks’ bekannt wurde, hat nach eigener Aussage inzwischen einen anderen Umgang mit solchen Kommentaren gefunden. Seit mehr als zehn Jahren lebt sie offen mit ihrer Sexualität. Die ständige Suche nach Bestätigung habe sie mittlerweile hinter sich gelassen. “Ich habe mich wirklich von all dem befreit. Ich brauche nicht, dass mich jemand versteht. Für mich ist das völlig in Ordnung”, erklärte sie. Lange Zeit habe sie sich nach Anerkennung gesehnt. Ihre nichtbinäre Identität sei für manche Menschen schwer einzuordnen. Und das gelte ihrer Erfahrung nach sogar für andere queere Menschen, deren eigene Identität klarer innerhalb binärer Kategorien verortet werde. “Also sage ich einfach: Girl, du musst dir darüber keine Gedanken machen”, so Einbinder.



Eine konkrete Situation aus ihrer Vergangenheit ist ihr dennoch besonders im Gedächtnis geblieben. Während eines Dates küsste sie eine Frau in einer Bar, als ein fremder Mann die beiden plötzlich aggressiv ansprach. “Was küsst ihr Mädchen euch da? Was macht ihr da?”, habe er direkt vor ihnen gefragt. Einbinder habe sich das nicht gefallen lassen und spontan reagiert: “Weil wir lesbisch sind, du verdammter Idiot!” Die Schauspielerin räumt ein, dass ihre Reaktion möglicherweise nicht besonders diplomatisch gewesen sei. Sie habe damals allerdings deutlich gemacht, dass sie sich nicht einschüchtern lassen wollte. Einbinder ist überzeugt, dass viele queere Menschen ähnliche Erlebnisse kennen. Gleichzeitig sei sie dankbar, dass die Situation nicht körperlich eskaliert sei. Gerade queere Frauen hätten in vergleichbaren Situationen nicht immer so viel Glück. “Ich weiß, dass viele queere Femmes nicht so viel Glück hatten”, sagte sie.



Trotz der unangenehmen Erfahrung betrachtet Einbinder ihre Lebensumstände insgesamt als privilegiert. Sie sei in Los Angeles aufgewachsen und habe dort viele Freiheiten erlebt. Dass sie ausgerechnet dort mit Queerfeindlichkeit konfrontiert wurde, überrascht sie deshalb bis heute. “Ich betrachte meine Erfahrungen als unglaublich privilegiert, weil ich aus Los Angeles komme”, erklärte sie. Gleichzeitig fügte sie ironisch hinzu: “Obwohl das irgendwie verdammt noch mal in L.A. passiert ist.” Neben ‘Hacks’ ist Einbinder auch im neuen Film ‘Teenage Sex and Death at Camp Miasma’ zu sehen, bei dem die trans Regisseurin Jane Schoenbrun hinter der Kamera steht. Darin spielt sie unter anderem an der Seite von Gillian Anderson.

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