Natalie Imbruglia dachte wegen Wechseljahresbeschwerden ans Karriereende

Natalie Imbruglia dachte wegen Wechseljahresbeschwerden ans Karriereende.

Natalie Imbruglia hat offen darüber gesprochen, wie sehr die sogenannte Perimenopause ihr Leben verändert hat.

Die Sängerin, die durch den Welthit ‘Torn’ bekannt wurde, verrät, dass sie vor einigen Jahren sogar darüber nachdachte, ihre Musikkarriere aufzugeben. Die heute 51-Jährige bemerkte die ersten Beschwerden vor rund fünf Jahren. Die hormonellen Veränderungen verstärkten zugleich ihre Symptome von ADHS und einer Zwangsstörung (OCD). Während ihrer damaligen Tournee geriet die Musikerin deshalb an ihre Grenzen. Im Gespräch mit der britischen Zeitung ‘The Telegraph’ erinnerte sie sich an einen besonders schwierigen Moment im Jahr 2021. Kurz vor einem Auftritt habe sie zu ihrem Team gesagt: “Leute, ich werde wohl aufhören müssen.” Sie sei nicht mehr in der Lage gewesen, Informationen richtig zu verarbeiten. “Ich konnte es einfach nicht ertragen, so zu sein”, schilderte Imbruglia.



Statt ihre Karriere tatsächlich zu beenden, suchte die Sängerin nach Möglichkeiten, mit den Beschwerden umzugehen. Sie begann eine Hormonersatztherapie und nahm zusätzlich eine kognitive Verhaltenstherapie in Anspruch. Die Behandlung half ihr dabei, die Symptome besser zu kontrollieren und ihre Arbeit als Musikerin fortzusetzen. Ihre Erfahrungen während dieser belastenden Phase verarbeitet Imbruglia inzwischen auch musikalisch. Auf ihrem neuen Album ‘Algorithm’ beschäftigt sie sich mit den dunklen Seiten der Perimenopause. Dabei scheute sie sich nicht davor, auch mit ihren männlichen Songwriting-Partnern sehr offen über ihre mentale Verfassung zu sprechen. “Sie waren still, und ich sagte: ‘Na los, Jungs, ihr seid doch verheiratet, oder?'”, erzählte sie. Anschließend habe sie ihr Herz ausgeschüttet und ihnen von allem berichtet, was sie psychisch durchmachte. Die Situation sei teilweise so düster gewesen, dass sie gemeinsam versucht hätten, auch den Humor darin zu finden.



Im Gespräch mit ‘The Telegraph’ kritisierte Imbruglia zudem, dass das Thema Menopause noch immer mit Scham behaftet sei. Sie habe sogar erlebt, dass andere Frauen sie bei einer Unterhaltung über die Wechseljahre zum Schweigen aufforderten, weil deren Ehemänner dabei waren. “Aber ich bin nun einmal so, dass ich gerne in die andere Richtung gehe”, erklärte sie. Bereits zuvor hatte die Sängerin gegenüber ‘The Sunday Times’ über ihre Erfahrungen gesprochen. Die Perimenopause bezeichnet die Jahre vor der eigentlichen Menopause, in denen der Hormonhaushalt zunehmend schwankt. Beschwerden wie unregelmäßige Perioden, Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen können die Folge sein. Imbruglia beschrieb diese Zeit rückblickend mit deutlichen Worten: “Sagen wir einfach, es war ein Trauerprozess. Ich war wirklich wütend. Ich stürzte von einer Klippe. Es fühlte sich an, als hätte jemand einen Teil meiner Persönlichkeit genommen.” Ein Gespräch mit der bekannten Wechseljahres-Aktivistin Davina McCall habe ihr schließlich geholfen, ihre eigenen Gefühle besser einzuordnen. Besonders mit Wut und Angst habe sie zu kämpfen gehabt. Heute behandelt Imbruglia ihre Beschwerden unter anderem mit Hormoncremes. Zugleich begrüßt sie, dass offener über die Menopause gesprochen wird und das Thema weniger “schambesetzt oder tabu” sei als früher.

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