Donald Trump und das Weiße Haus haben einen eigenen TV-Sender gelauncht.
Das Weiße Haus hat ‘Trump TV’ gestartet, nachdem mehrere große US-Fernsehsender die Berichterstattung über das Weiße Haus von Donald Trump verweigert hatten.
Der 80-jährige US-Präsident hatte Medienunternehmen wie CNN den Zugang zum Gelände verwehrt. Daraufhin erklärten sich vier weitere Sender – ABC, CBS, Fox News und NBC – solidarisch und beschlossen, Veranstaltungen des Präsidenten nicht mehr zu übertragen. Bryan Boughton, Leiter des Washingtoner Büros von Fox News und derzeit Vorsitzender des TV-Pools, teilte den Mitgliedern per E-Mail mit: “Ab heute wird der TV-Pool keine Veranstaltungen mehr abdecken, die als Pool-Berichterstattung über den Präsidenten vorgesehen sind.”
Hintergrund sei die Entscheidung des Weißen Hauses, CNN an der Erfüllung seiner Aufgaben im TV-Pool zu hindern. Die Konsequenz: Beim Feed aus dem Weißen Haus am Montag (21. September) fehlte der Ton, als Trump bei einer Zeremonie zur Eröffnung des neuen Hubschrauberlandeplatzes des Weißen Hauses auftrat. CNN und die vier anderen Sender erklärten gemeinsam, die Öffentlichkeit habe ein wichtiges Interesse an korrekten und unabhängigen Informationen über ihre Regierung. Keine Regierung dürfe eine Nachrichtenorganisation wegen ihrer Berichterstattung einschränken.
Nach der Entscheidung des TV-Pools startete das Weiße Haus ‘Trump TV’, das rund um die Uhr streamen soll. Der YouTube-Kanal ging um 19 Uhr EST live und ist in die Livestream-Seite der Website des Weißen Hauses eingebettet. In der Beschreibung heißt es: “Sehen Sie die wichtigsten Momente der Trump-Regierung an einem Ort. Top-Videos, wichtige Ansprachen und Highlights, die man gesehen haben muss – rund um die Uhr im Stream und in Echtzeit aktualisiert. Bleiben Sie informiert und auf dem neuesten Stand!”
Nur wenige Stunden zuvor hatten CNN, MSNOW und Politico wegen des Banns Klage vor einem Bundesgericht gegen das Weiße Haus eingereicht. Sie argumentieren, die Maßnahme verletze den Ersten Verfassungszusatz, da ihnen wegen unerwünschter Berichterstattung der Zugang verweigert werde. Zudem sehen sie ihre Rechte nach dem Fünften Verfassungszusatz verletzt. In der Klageschrift heißt es: “Dieser Bann könnte keinen direkteren Angriff auf den Ersten Verfassungszusatz darstellen.”
Die Medienunternehmen beantragten, dass ein Bundesrichter den Bann vorübergehend stoppt und die Akkreditierungen ihrer Reporter für das Weiße Haus wiederherstellt. Trump verteidigte unterdessen seine Entscheidung und bezeichnete die Medienunternehmen als “Fake News” und als “Bedrohung für die Demokratie”.
Weißes Haus startet ‘Trump TV’ nach CNN-Bann und Klage von US-Sendern







