Sacha Baron Cohen: ‘Ich habe Angst, wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt’

Sacha Baron Cohen hat seine Bedenken hinsichtlich der gesellschaftlichen Entwicklung geäußert.

Sacha Baron Cohen macht sich große Sorgen um die gesellschaftliche Entwicklung.

Der 55-jährige Comedian hat seine Kultfigur Ali G wiederbelebt und will mit dem neuen Film ‘Ali G: Who Iz I?’ auf die zunehmende Radikalisierung aufmerksam machen. Der Schauspieler, der neben Morgana Robinson in dem Film zu sehen ist, erklärte gegenüber ‘The Hollywood Reporter’, er wolle mit seiner Komödie “den Extremismus auf beiden Seiten des politischen Spektrums” und die Gefahren vermeintlich tugendhafter Gewalt aufzeigen. “Ich habe Angst, wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt, und die einzige Möglichkeit, mich dazu zu äußern, ist meine Komik”, sagte Cohen.



Das Drehbuch schrieb er gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Dan Mazer. Der Autor lobte Cohen als den “Michael Jordan dieser Art von Filmemachen”. Zur Erklärung zog Mazer einen Vergleich mit dem Basketballstar heran: Als Jordan versucht habe, Baseball zu spielen, sei er zwar ein guter Spieler gewesen, aber eben nicht der Michael Jordan des Baseballs. Cohen hingegen sei auf seinem Gebiet unübertroffen. “Wir haben dieses Genre erfunden, und niemand sonst hat erreicht, was wir geschafft haben”, ergänzte Mazer.



Erst kürzlich hatte Cohen erklärt, warum er Ali G zurückgebracht hat. Die Figur sei “veraltet und problematisch” – und genau das sei der Grund für ihre Rückkehr. In einem Beitrag für das ‘Time’-Magazin schrieb der Schauspieler, die Welt, in die Ali G nach 20 Jahren zurückkehre, sei in vielerlei Hinsicht schlimmer als die, die er damals verlassen habe. Die Vorurteile, die seine Figuren entlarven sollten, seien nicht einfach bestehen geblieben, sondern hätten sich weiter verschärft. “Sie werden von der größten Propagandamaschine der Geschichte angeheizt: den sozialen Medien. Und inzwischen auch von deren monströsem Kind, der künstlichen Intelligenz”, kritisierte der Star.



Cohen stellte zudem fest, dass diskriminierende Einstellungen inzwischen “in der Mitte der Gesellschaft angekommen” seien. Als er seine Figur Borat erstmals erschaffen habe, habe es nur wenige Minuten oder ein paar Drinks gebraucht, um Menschen dazu zu bringen, ihren unterschwelligen Rassismus zu offenbaren. Heute seien solche Ansichten gesellschaftsfähig geworden. Als Beispiele nannte er Fans, die während der Fußball-Weltmeisterschaft schwarze Spieler mit rassistischen Beleidigungen attackierten, sowie Hunderte weiße Nationalisten, die am 4. Juli durch Washington, D.C., marschierten.

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